Pipa Parva Wabenkröten gehören zu den Pipiden, d.h., sie sind sogenannte Zungenlose. Im Gegensatz zu anderen Amphibien besitzen sie keine Zunge, mit der sie das Futter erbeuten können. Das Futter wird sozusagen durch das Aufreissen des Maules und den dadurch entstehenden Unterdruck direkt in die Mundhöhle eingesaugt und durch mehrmaliges "Durchkauen" auf Fressbarkeit überprüft. Ist etwas dabei, das als schmackhaft und geeignet eingestuft wird, wird es heruntergeschluckt. Alles andere, wie z.B. Sand oder Pflanzenteile, werden hastig ausgespuckt. Das im Internet oftmals zu lesende Nachstopfen mit den Fingern ist ein Irrglaube. Die Fingerspitzen mit ihren Sinnesorganen unterstützen die Selektion von Essbarem und Müll.
Größe: Pipa Parva Wabenkröten erreichen im Aquarium eine Größe von ca. 5-6 cm. Männchen und Weibchen sind gleich groß, die Kröten-Weibchen jedoch etwas massiger.
Wasserwerte: Am wohlsten fühlen sie sich bei einer Wassertemperatur von 22°-25° C, d.h. man braucht bei Zimmertemperatur meistens nicht mal eine Heizung im Aquarium, da sich das Wasser durch die Beleuchtung ausreichend erwärmt. Ein weiterer Vorteil bei den Wabenkröten ist ihre Tolleranz gegenüber hohen Wassertemperaturen im Sommer. Sie aktzeptieren 30 Grad ohne Probleme. Selbst höhere Temperaturen sind denkbar, werden vom Aquarianer aber meist wegen der Pflanzen, Bakterien oder Fische eingebremst.
Umgebung: In ihrem natürlichen Lebensraum, kleine strömungsarme Flussarme oder Tümpel in Kolumbien und Venezuela, wühlen die Kröten den ganzen Tag am Boden nach Fressbarem. Es handelt sich beim Bodengrund um sehr feinen Sand, bedeckt mit Laub, Wurzeln und anderen Pflanzenresten. Selten halten sie sich aber in Ufernähe auf, also in einer Wassertiefe unter 50cm. Die ist auch bei der Einrichtung des Aquariums für diese Kröten zu beachten (s. "Haltung").
Besonderheiten: Zwei Besonderheiten der Pipa Parva Kröten möchten wir ansprechen. Ganz klar ist es zum einen das "Ausbrüten" der Eier im Rücken der Tiere. Hierzu aber mehr unter "Aufzucht".
Zum anderen sind es die Finger, denen die Kröten einen weiteren Namen verdanken, nämlich Sternfingerkröte. An jeder Hand haben sie 4 Finger, sodass wir annehmen können, dass sie mit den Simpsons verwandt sind ;-)
Auf den Fotos kann man gut erkennen, dass diese Finger zum Festhalten oder Greifen nicht geeignet sind. Im Gegenteil. Jeder Finger verfügt über 4 hochsensible Tastorgane, die den Tieren in ihren trüben Heimatgewässern die fehlende Sicht ergänzen. Allgemein sehen Wabenkröten schlecht, denn sie sind extrem kurzsichtig. Dafür ertasten sie mit diesen 32 Tastorganen (4x4 pro Hand), in einer für unser Auge kaum nachvollziehbaren Geschwindigkeit die Beute. So ist manchmal zu beobachten, dass eine Pipa Parva Kröte während des sowieso schon sehr hastigen Auftauchens zum Luft schnappen, ihr entgegensinkende Futterteile blitzartig schnappt, sobald es die Finger berührt. In Tests haben wir ihnen alles Mögliche entgegensinken lassen. Sie entschieden sich (ohne das hektische Auftauchen zu unterbrechen!) immer nur für das Fressbare. Eine erblindete Wabenkröte macht es nicht anders.