Wenn die Rückenhaut der Pipa Parva Weibchen "hügeliger" wird und der Schlupf bevorsteht (ca. 3-4 Wochen nach der Befruchtung), setze ich die werdende Kröten-Mutter in einen geräumigen Plastikeimer mit ca. 20cm Wasserstand. Der Eimer wird mit einer Decke abgedukelt und die Wassertemperatur bei ca. 21-22 Grad etwas kühler als im Aquarium gehalten. Durch die Temperaturabsenkung in Verbindung mit dem Dunkel, assoziieren die Kaulquappen wohl nächtliche Regenfälle und nutzen die Gunst der Stunde um Mutti zu verlassen.
Normalerweise fressen die Weibchen sogar den eigenen Nachwuchs. In meinem Fall ist das Weibchen aber durch das Umsetzen in den Eimer irritiert und vergisst das Thema Fressen für ein paar Stunden. Haben alle Quappen die Krötenmutter verlassen, wechselt diese wieder ins große Aquarium.
Von den 30-70 (Rekord ist 107!) Kaulquappen schwimmen etwa 2 Drittel normal herum - meist an der Oberfläche. Etwa ein Drittel der jungen Pipas kreiseln jedoch unkoordiniert am Boden herum. Diese Kaulquappen entwickeln sich nach meinen Beobachtungen nicht mehr weiter und sterben innerhalb 2-3 Tagen ab.
Alle Kaulquappen-Generationen kommen zusammen in einen großen Plastikeimer (mind. 40cm Durchmesser) ohne Einrichtung bzw. sonstige Aquarien-Dekoration. Allenfalls ein paar kaputte Aquariumpflanzen. Zimmertemperatur ist ausreichend. Eine kleine Eheim-Luftpumpe treibt einen Sprudelstein an um etwas Steigströmung zu bekommen. Das Wasser ist Osmose-Wasser - KEIN Leitungs- oder Quellwasser. Wer an kein Osmose-Wasser kommt, kauft im Drogerie-Markt die 5L-Kanister destilliertes Wasser für 1,50 Euro.
Die Pipa-Kaulquappen sind Filtrierer und nehmen pflanzliche Nahrung auf - Schwebeteilchen. Gefüttert wird daher frische Bäckerhefe. Die gibt es in Würfeln für 10 Cent in jedem Supermarkt. Ich zerreibe sie zwischen den Fingern bis ich den Grund des Eimers nicht mehr sehen kann. Das wiederhole ich zweimal täglich. Tote Kaulquappen werden sofort entfernt und alle 2 Tage ein Drittel des Wassers gewechselt. Hierbei immer auch den Bodenmulm mit absaugen.
Wer nicht alleine lebt, sollte seine Mitbewohner darauf aufmersam machen, dass dieser bald schon stinkende Eimer - zumindest bei dem der züchten will - einen Dauereinrichtung sein wird. Wer den Eimer mal komplett reinigen will fängt alle Tiere vorsichtig mit einem Teesieb (kein Textilkescher!) heraus. Den Eimer allerdings nur mit Wasser, niemals mit irgendeinem Mittel reinigen, nur Wasser! Die wieder eingesetzten Kaulquappen liegen fast regungslos am Eimergrund auf dem Rücken. Keine Angst, denn sie haben nur einen "Schock". Dennoch kann es passieren, dass die eine oder andere Quappe dies nicht verkraftet und für immer liegen bleibt.
Wie bei allen Froschlurch-Kaulquappen erscheinen die Hinterbeine zuerst. Dies geschieht ca. 5 Wochen nach dem Schlüpfen. Ich habe auch schon Kaulquappen beobachtet, die 9 Wochen brauchten - und das innerhalb eines "Wurfes". Wenn dann die Vorderbeine 10-14 Tage später auch kommen, können wir bald schon etwas beobachten. Die zuvor wie Walhaie herumtreibenden Filtrierer fangen an ruckartiger und mit Hilfe der Hinterbeine zu schwimmen. Filtriert wird aber immer noch. Auch wissen wir nun, dass sich in ca. 3-4 Tagen die Kopfform zu ändern beginnt. Der Kopf wird schmaler und sieht erstmals nach Kröte oder Frosch aus. Gleichzeitig beginnt der Schwanz zu schrumpfen. Hat er nur noch 2 Drittel seiner Länge setzen wir die Kaulquappe ins Jungkröten-Aquarium.